Festjahr 2012: 1000 Jahre heiliger Coloman
Vom Pilger zum Schutzpatron...

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Festjahr 2012: 1000 Jahre heiliger Coloman

1000 Jahre Coloman - vom Pilger zum Schutzpatron

Im Jahre 1012  rastete der irische Pilger St. Coloman auf seinem Weg ins Heilige Land an einem Brunnen auf freiem Feld in Schwangau. Dem heutigen Standort der Wallfahrtskirche St. Coloman. 

1000 Jahre nach der Rast und im Todesjahr von St. Coloman  gedenkt Schwangau dem Märtyrer.

 

Der Pilger Coloman

"In Bawariorum et Mararensium confinio peregrinus nomine Colomanus ab incolis, quasi explorator esset, capitur"

...


"An der Grenze von Bayern und Mähren wurde ein Pilger mit Namen Colomanus von den Bewohnern als Späher gefangen genommen ..."

So beginnt der älteste Bericht über Coloman. Bischof Thietmar von Merseburg bezeugte als erster im Jahr 1017 Martyrium und Verehrung in seiner berühmten zeitgeschichtlichen Chronik.

Auf seiner Pilgerschaft nach Jerusalem kam der irische Adelige auf der Route entlang der Donau in das gefährdete Grenzgebiet am Rande der zum Herzogtum Bayern gehörenden Mark Ostarrichi. Dort, bei Stockerau wurde der Fremdling als feindlicher Spion verdächtigt. Er sei nur ein ‚pauper Christi‘,

ein Armer um Christi Willen, sagte er selbst in der Folter. Doch wurde er verurteilt und am 17. Juli 1012 an einem dürren Holunderbaum erhängt. Alsbald stellten sich Wunder und Heilungen ein, und die Menschen erkannten in dem unverwesten Leichnam einen Märtyrer.

 Der Babenberger Markgraf Heinrich ließ ihn auf seine Burg Melk bringen und am 13. Oktober 1014 in der Burgkirche feierlich bestatten und ‚zur Ehre der Altäre‘ erheben. Noch heute ist Colomans Sarkophag in der prächtigen Melker Basilika zu bewundern. Coloman wurde Patron der Babenberger, später der Habsburger Herrscher und war damit lange Zeit Österreichischer Landespatron. 

Bald gründeten die Benediktiner ihr Kloster in Melk und die Verehrung verbreitete sich von dort zumeist in Österreich und Bayern.

 

Die Wallfahrtskirche St. Coloman

 

Die Wallfahrtskirche St. Coloman auf dem freien Feld gilt als herausragende Schöpfung des frühen Barock in Bayern. Doch geht ihre Geschichte viel weiter zurück. Bereits vor 1400 stand ‚in der Lüss‘ die erste Kapelle für den Pilger, der, wie die Überlieferung sagt, hier gerastet hat. Von weither kamen die Wallfahrer zum Fürsprecher für Mensch und Vieh. 

So wurde eine stilvolle gotische Kirche erbaut und am 8. August 1495 geweiht. Sie prägt noch immer vor allem die östliche Aussenansicht. Vom wertvollen Flügelaltar blieben zwei Tafelreliefs und die Schnitzfiguren des Schreins von Meister Hans Kels erhalten. 

Die lange Tradition des Schwangauer Colomansfests mit dem Pferdeumritt bestätigt der Marktrechtsbrief zum Colomanstag von Kaiser Karl V. aus dem Jahr 1552.

Nach dem Wüten der Pest und dem 30-jährigen Krieg pilgerten so viele Wallfahrer zu dem ‚bloßstehenden Kirchlein mit dem Hirtenhüttl‘ und ‚opferten reichlich‘, so dass Johann Lieb, der Pfarrer von Waltenhofen, zusammen mit dem jungen Wessobrunner Baumeister Johann Schmuzer um 1670 eine größere Kirche im neuen barocken Stil plante. Ausgewogenheit von Architektur und Ausstattung kennzeichnen das Werk des damals 30-jährigen Johann Schmuzer, der auch den einzigartigen frühbarocken Stuck schuf. 

Altarbilder und Schnitzfiguren stammen von seinen beiden Schwagern, und feinste Arbeiten wie die Kanzel von örtlichen Handwerkern. Im Mai 1685, nachdem auch der Turm fertig war, erfolgte die Weihe. 

In St. Coloman ist der von italienischen Meistern inspirierte frühe Barock unverfälscht erhalten geblieben. Was über die kunsthistorische Bedeutung hinaus unsere Colomanskirche einzigartig macht, ist die Einheit von großem Künstlertum, Religiosität, Tradition und der Einklang von Bau und Landschaft.

 

Festprogramm 2012

 

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Mehr Informationen

Auf den Seiten der Pfarreiengemeinschaft Forggensee finden Sie noch mehr Informationen.

 

Colomanslied

"Preist Gott wie einst Sankt Coloman,
der sich als Christ bekannt.

Er ließ die Heimat ihm zulieb
und zog ins Heilige Land.

Als armer Pilger zog er fort,
den Auftrag zu erfüllen,
getreulich Gottes Wort.

Er hat für Gott erlitten
Verleumdung, Spott und Not,
furchtlos hat er gestritten
und gab für Gott sein Blut.

Friede und Heil hielt ihm bereit
für seine große Treue
Gott in der Herrlichkeit."