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Die tägliche Rotwildfütterung nahe Schwangau-Brunnen ist ein einmaliges Erlebnis in freier Natur.
Viele Besucher sind beeindruckt, wenn die Rudel der Könige der Wälder aus dem Dickicht auf die Lichtung mit den Futterstellen heraustreten. Ein Erlebnis in winterlicher Natur, das wirklich niemand versäumen sollte.
In der Weihnachtszeit - ab 25. Dezember und danach, solange Schnee liegt - kann jeder dieses Schauspiel, täglich um 15 Uhr beobachten. Den Futterplatz erreicht man bequem mit einem halbstündigen Spaziergang vom Ortsteil Brunnen aus.
An einem großen Tor, etwas abseits der eigentlichen Wildfütterung beginnt das Abenteuer. Pünktlich muss man allerdings dafür dort sein. Denn genau um 15 Uhr wird das Tor kurz zum Einlaß geöffnet. „Die Tiere haben sich an diese Uhrzeit für die Fütterung gewöhnt“, erklärt Jagdvorsteher Kuno Rinke.
Nach kurzer Zeit treten einige starke Hirsche misstrauisch sichernd und zögernd aus dem verschneiten, frostigen Wald. Jetzt heißt es still zu sein und plötzliche Bewegungen zu vermeiden. Denn viele Tiere verstecken sich im Dickicht. Wenn sie keine ungewöhnlichen Laute oder schnellen Bewegungen schrecken, kommen sie nach und nach zu den Futterraufen auf der Lichtung. Dort finden sie nahrhafte Delikatessen, die Kuno Rinke und sein Team vorher für das Rotwild ausgebracht haben: Heu, Äpfel, Kleie und Rüben. Bis zu 140 Tiere zählte man schon bei einigen Fütterungen, erfährt man von den Helfern. Besonders für verletzte, meistens von Autos angefahrene Tiere, sind solche Futterstellen im Winter überlebenswichtig.
Es schmeckt, denn fast alle Tiere äsen an diesem Tag gleichzeitig. Nur einige Leittiere sichern. Von den vielen, fast bewegungslos staunenden Menschen am Zaun vor der Futterstelle fühlen sie sich nicht gestört.
Wichtige Informationen über Wald und Wild
Kuno Rinke informiert spannend und nicht nur über das Rotwild. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass das biologische Gleichgewicht zwischen Wild und Wald von den Zuhörern erkannt wird.
Der Jagdvorsteher kennt und erklärt die Verhaltensweisen der Hirsche. Alle Tiere folgen einem uralten, natürlichen Überlebensinstinkt. Denn alljährlich im Herbst ziehen sie aus den bereits verschneiten Bergen zur Futtersuche ins schneefreie Tal. Vor gut 50 Jahren, als es im Tal noch die mit Gras und Kräutern bewachsenen Lechauen - und nicht den Forggensee - gegeben hat, überwinterten die Herden aus den Bergen in den Lechauen. Diese Futterstelle im Wald bei Brunnen und in Blickweite zum Forggensee wird somit diesem Rotwild-Ur-Instinkt gerecht. Dass sich die Rudel bei dieser Futterstelle wohl und sicher fühlen, beweist ihr völlig natürliches Verhalten. Denn man kann beobachten, wie die Hirsche ihren Rang im Rudel verteidigen. Mit röhrenden Schreien und drohenden Angriffsgebärden werden andere hungrige, jedoch im Rang niedrigere Tiere erbarmungslos auf Abstand gehalten.
Kutschfahrt zur Wildfütterung
Dieses Naturerlebnis kann man mit einer Schlittenfahrt auf eine besonders angenehme Art genießen. Empfehlenswert ist es, wenn man sich für so eine romantische Fahrt anmeldet bei:
Josef Kotz
Seestr.74, Schwangau-Brunnen, Tel: 08362-8581
Zustiegsmöglichkeit am großen Parkplatz an der Karbrücke am Ortsrand von Schwangau-Brunnen.
oder bei
Otto Kotz
Unterdorf 5, Schwangau, Tel: 08362-8094
Zustiegsmöglichkeit im Unterdorf 5