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Der Schwangauer Kurpark auf dem Ehberg mitten im Ort gilt als Leitfaden durch die Natur und Kultur rund um den Ort. Er wurde wie - der rund 100 Jahre ältere Schwanseepark gebaut. Baumbepflanzung, unregelmäßige große Wiesenflächen und baumgesäumte Wege sind die Kennzeichen des Kurparks. Blumen-anlagen fehlen darin. Doch die natürliche Blumenpracht der Wiesenflächen gleicht dieses aus. Der kraftvolle, natürliche Wuchs der regionalen Pflanzen lässt längst vergessen, dass sie in Baubüros entworfen und von Menschenhand ge-staltet sind. 65 Jahre natürlicher Pflanzenwuchs haben den Kurpark zu einem natürlich gewachsenen Misch-wald mit großen Wiesenflächen dazwischen werden lassen - zu einer Ruheoase mitten in Schwangau.
Hinweistafeln erklären die Kurparkanlage
An den Parkeingängen zum Kurpark auf dem Ehberg erfährt der Besucher aus Hinweistafeln von dessen Entstehung. Mehrere Hauptwege führen in den Park: Wenige hundert Meter vom Reha-Zentrum König Ludwig zweigt ein Weg von der Verbindung zum
Ortsteil Horn in den Park ab. »Im Berg« heißt der Anstieg, der am Brunnen in der königlichen Allee an der Straße »Im Kröb« in den Kurpark führt. Von der alten Dorfstraße Mitteldorf führt uns die »Osterhalde« zum Park hinauf. Ein weiterer Zugang beginnt unmittelbar bei der Kirche St. Georg. Wer von der Kirche aus den Fuß- und Radweg Richtung Königliche Kristall Therme geht, findet einen Zugang, der kurz vor dem Kindergarten St. Tosso zum Park hin ansteigt. Und gleich neben der Therme, bei dem großen Parkplatz, führt ein Teerweg hoch zu einem der schönsten Aussichtspunkte am südlichen Parkrand.
Vorausschauend von der Gemeinde erworben
Das gesamte Parkgelände wurde einst als gemeinschaftliche Viehweide genutzt. Um möglichst vielen Bauern dort das Weiderecht zu ermöglichen, teilte man die Bergkuppe ab 1824 in rund 100 kleine Parzellen auf. Noch vor dem ersten Weltkrieg erwarb die Gemeinde nach und nach die kleinen Geländestücke von den einzelnen Bauern. Im Jahr 1936 beschloss der Gemeinderat unter seinem 1. Bürgermeister Georg Pfeiffer, dort einen Kurpark zu errichten. Weitere Grundstücke wurden von der Gemeinde aufgekauft. Einige Bauern schenkten der Gemeinde sogar ihren Grund.
Pflanzen aus der Region, Wege und Aussichtspunkte
Architekt Alwin Seifert, Dozent für Gartenbau an der TH München, ließ sich vom rund 100-jährigen »Engli-schen Garten« im einst königlichen Schwanseepark inspirieren. Er legte im Dezember 1936 einen detaillierten Bepflanzungsplan vor. Dieser enthielt mehr als 700 einheimische Bäume und Sträucher. Der Fachmann berücksichtigte, dass hier die nicht natürlich vorkommenden Pflanzen wegen des rauen Klimas zu wenig Wachstumschancen besaßen. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der Kurpark feierlich an die Einheimischen und Gäste übergeben. Knapp fünf Kilometer gutes befestigtes Wegenetz durchziehen inzwischen den rund 18 Hektar großen Park.
Herrlicher Busch- und Baumbestand und unter Naturschutz stehende Wiesen mit großer Blumenvielfalt zieren den gesamten Hügelrücken. Der Wanderer genießt von drei Parkrändern viele einmalig schöne Aussichten über das Dorf, auf die Schlösser und die Bergketten. Nach Norden hin streift der Blick über die weiten Flächen um den Forggensee und auf die Hügelketten, die das Eiszeittal des heutigen Stausees umgrenzen.
Einrichtungen im Kurpark
Viele Infotafeln, an denen der Spaziergänger vorbeikommt, erklären Wissenswertes über die Pflanzen und Tiere im Park. Kinderspielplätze, Kneippkur-Becken, der fischreiche Dorfweiher mit Fontäne, Gedenksteine, viele Ruhebänke, sogar Toilettenanlagen finden Sie auf dem Parkgelände. Unmittelbar an seinem südlichen Ende liegt die Königliche Kristall-Therme. Dort kann man im Sommer zusätzlich das Freibadgelände mit Kinder- und Schwimmbecken nutzen.
Der Kurpark bietet Platz für Feste
Traditionell feiern die Schwangauer Fischerfreunde ihr Sommerfest am Dorfweiher im Kurpark. Zum zweiten Mal wurde im Juni 2003 von mehreren Musik- und Gesangsgruppen zu einem »Musikalischen Spaziergang« durch den Kurpark eingeladen. Diese Veranstaltung erfreute sich großer Nachfrage. Sie könnte deswegen - wie bereits das Fischerfest - zu einer gern angenommenen Dauereinrichtung in Kurpark Schwangau werden.