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30.01.2020 14:58 Alter: 154 days
Kategorie: Gästeinformation

Schwangau legt Streuobstwiese an


Die Gemeinde Schwangau hat Mitte November ihren Baumbestand mit der Neuanpflanzung von Obstbäumen erweitert. Im Kurpark am Ehberg wurden 15 junge Hochstämme eingesetzt, die in rund drei Jahren die ersten reifen Früchte der neu angelegten Streuobstwiese tragen sollen. Die Besonderheit liegt in den Baumsorten, da speziell alte und nicht mehr alltägliche Obstarten ausgewählt wurden.

„Zwölf der Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume sind alte und vor allem lokale Obstsorten, die sich in rauen Höhenlagen gut bewährt haben. Einige gehören zu den typischen Sorten im Allgäu, sind aber leider inzwischen seltener zu finden.“, so Naturgartenprofi Ingrid Völker, die bereits unter anderem das Projekt „Wiese x16“ in Schwangau und im Landkreis umgesetzt hat.
Drei der gepflanzten Bäume sind bisher noch unveredelt, d.h. es wurde noch keine traditionelle Form der künstlichen vegetativen Vermehrung durchgeführt. Die Schwangauer Bürgerinnen und Bürger haben noch bis Februar die Möglichkeit sich bei der Gemeinde zu melden, sollten sie eine alte Lieblingssorte in ihrem Garten haben, würden davon im Februar Edelreiser entnommen. Diese Edelreiser, kleine Teilstücke einer Sorte, werden im Anschluss speziell eingelagert und im April auf die dafür vorgesehenen Unterlagen veredelt.
Die gesetzten alten Obstsorten liefern viele wichtige Nährstoffe, die heutzutage in den neuen modernen Züchtungen nur noch wenig enthalten sind. Leider sind die alten Sorten auch im Handel kaum zu erwerben, daher hat man sich in der Gemeinde Schwangau entschieden, diese Obstsorten zu setzen und einen Beitrag für den Erhalt von alten, lokalen Obstarten zu leisten.

Um die Pflege bzw. die Mahd der neuen Streuobstwiese am Ehberg wird sich der Landschaftspflegeverband Ostallgäu e.V. kümmern. Die Wiese wird nicht gedüngt und die Mahd wird frühestens am 1. August mit einem Balkenmäher durchgeführt. Es sollen zusätzlich einzelne Brachestreifen auf der Fläche stehen bleiben, so können Raupen und Puppen von Tagfaltern und auch andere Insekten ganz unbeschadet überwintern. „Durch die verschiedenen Festlegungen wird gewährleistet, dass die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auf der Streuobstwiese nicht nur erhalten, sondern sogar noch gesteigert wird. Durch den späten Schnittzeitpunkt können alle Pflanzen zum Blühen und Aussamen kommen.“, so Annette Saitner, Geschäftsführerin vom Landschaftspflegeverband Ostallgäu e.V.