Die Kirche St.Georg, im Hintergrund der Säuling
Filialkirche St. Georg im Sommer

Filialkirche St. Georg

Die Kirche St. Georg erhielt 1997 ihre ursprüngliche gotische Turmspitze wieder und 1996 eine neue Orgel. Im Jahre 1995 wurde sie einer gründlichen Innenrenovierung unterzogen. Dabei kamen an den beiden Seitenwänden in Höhe des Kreuzweges Balkenlöcher zum Vorschein. Diese sind zusammen mit den ungewöhnlich dicken Mauern ein klares Indiz dafür, daß das Kirchenschiffursprünglich - in der ersten Hälfte des 13.Jhd. erbaut - ein Wohngebäude war, nämlich der Stammsitz der Herren von Schwangau. In der 2.Hälfte des 13.Jhd. bauten diese ihre erste Ritterburg nach Hohenschwangau. 

 

 

Der heilige St. Georg

Der Ritterheilige St. Georg

Der alte Stammsitz wurde dann in eine Kirche umgewidmet.die den Namen des Ritterheiligen St. Georg bekam. In Zusammenhang damit steht die erste urkundliche Erwähnung im ältesten Hofbuch des Füssener Klosters St.Mang, wonach ein „Herr von Schwangau" (vermutlich Georg I) in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts dem Kloster einen halben Hof in Schwangau schenkte. Im Gegenzug verpflichtete sich das Kloster zum regelmäßigen Abhalten von Gottesdiensten in St. Georg.

St. Georg innen

Kriegswirren, Plünderungen und Brände

Die nächste urkundliche Erwähnung stammt von 1425. Im Jahre 1499 stiftete Ritter Ulrich von Scnwängau ein Benefizum zur Kirche St. Georg. Für 1520 ist die Weihe des Hochaltars beurkundet. 1695 erneuerte Herzog Maximilian Philipp von Bayern das Benefizum bei St.Georg, stiftete dazu ein neues Benefizum St. Coloman und vereinigte beide mit der Schloßkaplanei in Hohenschwangau.

Mehrfach wurde St.Georg geplündert, so im Dreißigjährigen Krieg und während der Feldzüge 1700-1714. Nach Blitzschlag in einem Nachbarhaus brannten am H.August 1754 das Benefiziatenhaus und die Kirche aus.

Die Wiederherstellung der Kirche erfolgte alsbald, aber ohne die gotische Turmspitze. Unter Benefiziat Albrecht (1834-72) erweiterte Maurermeister Lang aus Schwangau 1846 die Kirche durch einen Choranbau. Alle drei Altäre fertigten 1845 Johann Martin und Michael Gebier aus Schwangau. Der Stuck im Schiff wird auf die Zeit des Wiederaufbaues nach dem Brand, etwa 1755/56, datiert.

Die Patrona Bavariae an der nördlichen Langhauswand schuf Johann Adam Bayrhoff aus Füssen.Der linke Seitenaltar zeigt den Tod der Hl.Magdalena; das rechte Seitenaltarbild geht auf eine Viehseuche im Jahre 1669 zurück und enthält die älteste Darstellung der drei Schwangauer Kirchen. Das Kreuz über dem Volksaltar ist aus der Spätgotik, der Kreuzweg ist um 1855 entstanden.